Statements

Hier stellen wir die auf der Startseite veröffentlichten Statements noch einmal zum Nachlesen für Sie zusammen. Wir freuen uns über weitere Unterstützung – aus jedweder Perspektive: Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte, Angehörige, Freunde, weitere Bürgerinnen und Bürger, Institutionen sowie Fachleute. Bitte schicken Sie Ihren Text und ein zur Veröffentlichung auf dieser Website freigegebenes Foto oder Logo an:
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Gabriele Andretta, Präsidentin des niedersächsischen Landtagesandretta_gabriele

„Mit der Vergabe der Dienstleistungen an einen privaten Anbieter, der gleichzeitig auch für Krankenkassen und Pharmakonzerne tätig ist, haben der GKV-Spitzenverband und das CDU-geführte Bundesgesundheitsministerium den Patientinnen und Patienten, die auf eine wirklich unabhängige Beratung angewiesen sind, einen Bärendienst erwiesen. Zudem wird durch die Schließung des Beratungsbüros in Göttingen der Zugang zu Beratungsangeboten gerade für ältere und schwerkranke Menschen erheblich erschwert. Ein unpersönliches Telefongespräch mit einem Callcenter kann die persönliche Beratung durch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort wohl kaum ersetzen, deren Know-how zudem jahrelang die durchgängig hohe Qualität der Beratungsleistung sichergestellt hat.“ Durch die nachweislich gute Arbeit der unabhängigen Patientenberatung sei in der Vergangenheit u. a. eine gesetzliche Lücke beim Krankengeld aufgedeckt und schließlich durch eine Gesetzesänderung geschlossen worden.

Seit 2011 sind die Krankenkassen laut § 65b SGB V zur Förderung von Einrichtungen zur Verbraucher- und Patientenberatung verpflichtet. Die Einrichtung einer solchen Beratung für Patientinnen und Patienten war 2001 von der damaligen rot-grünen Mehrheit im Bund beschlossen und umgesetzt worden. Eine Vergabe durch den GKV-Spitzenverband an einen oder mehrere Träger erfolgt jeweils nach fünf Jahren. Bei der ersten Vergabe ist der Auftrag noch an einen Trägerverbund vergeben worden, zu dem der Sozialverband Deutschlands e.V., der Bundesverband der Verbraucherzentralen und der Verbund unabhängiger Patientenberatungen gehören.

Andretta: „Auf der einen Seite ist die GKV per Gesetz dazu verpflichtet, eine unabhängige Patientenberatung einzurichten und zu finanzieren, auf der anderen Seite darf sie aber keinen inhaltlichen Einfluss auf die Beratungstätigkeit nehmen. Hinzu kommt, dass die GKV häufig selbst Gegenstand der Beratung ist. Dass nun ein GKV-naher Anbieter die Beratungsleistungen stellt, konterkariert diese garantierte Unabhängigkeit. Es ist mehr als fraglich, wie frei und unabhängig die Dienstleistungen zukünftig sein können.“ Ähnlich deutliche Kritik komme auch aus den Reihen der Medizinischen Hochschule Hannover, des WBZ (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung), der Bundesärztekammer, der Bundespsychotherapeutenkammer und von anderen Organisationen.

Die Landtagsabgeordnete kündigte an, sich weiterhin für neutrale, kostenfreie und qualitativ hochwertige Beratungsangebote vor Ort stark zu machen. Ein dementsprechender Entschließungsantrag der Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis 90/die Grünen sei in der letzten Woche durch das Landtagsplenum bereits beschlossen worden. In diesem wird die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundesebene u. a. für eine Änderung der Vergaberichtlinien einzusetzen.

Thomas Oppermann, Göttingen

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Foto: Susie Knoll

Die SPD-Bundestags-fraktion setzt sich dafür ein, dass die UPD ihre allseits geschätzte Arbeit fortsetzen kann. Bewährte Strukturen dürfen nicht einfach wegbrechen. Aus unserer Sicht ist die Unabhängigkeit eine essentielle Voraussetzung für eine gute Beratung der Patientinnen und Patienten. Deshalb sehen wir die aktuelle Diskussion um das Vergabeverfahren mit Sorge.

Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD- Bundestagsfraktion

 

Astrid Burkhardt, Hamburg

Astrid BurkhardNicht immer, in speziellen Fällen jedoch manches Mal, wünschen Patientinnen und Patienten eine ergänzende, im Gesundheitswesen unabhängige Sichtweise auf ihre Sachlage.
Dann möchten sie einer gemeinnützigen Organisation vertrauen, die langjährige Erfahrung in der sozialen Arbeit und in der Vertretung von schützenswerten Zielgruppen nachweisen kann.
Dies sollte zusammen mit einer hohen Beratungsqualität oberstes Kriterium für eine bundesweite Beratungseinrichtung diese Größenordnung sein.
Die UPD hat in den letzten zehn Jahren – bestätigt durch externe Evaluation – bewiesen, dass sie diese Aufgaben in hervorragender Weise erfüllt.

Astrid Burkhardt, Unternehmensberaterin für gemeinnützige Organisationen, von 2006 – 2010 UPD- Geschäftsführerin

 

Michael Müller, Bergisch Gladbach:

Michael MüllerIch bin seit Jahrzehnten in der Selbsthilfe aktiv und kann aus voller Überzeugung sagen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Betroffenen; sie steht auch sogenannten alternativen Heilmethoden vorurteilsfrei gegenüber; ihr Rat ist wirklich unabhängig von den Interessen der Pharmaindustrie und der Kassen. Bei einem Träger, der in großem Umfang für Krankenversicherungen und Pharmaunternehmen arbeitet, habe ich da große Zweifel.
Herr Laumann und Herr Gröhe, ziehen Sie die Notbremse!

Michael Müller, Bergisch Gladbach

 

Dr. phil. Dagmar Schlapeit-Beck, Göttingen:

Schlapeit-BeckDer Rat der Stadt Göttingen hat am 16. Juli 2015 im Rahmen eines Dringlichkeitsantrags das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, die Unabhängige Patientenberatung in der heutigen Organisation zu erhalten.
Als Sozialdezernentin der Stadt Göttingen schätze ich die Arbeit der Unabhängigen Patientenberatung in Göttingen in Trägerschaft des Gesundheitszentrums Göttingen e.V. außerordentlich. Die Unabhängige Patientenberatung in Göttingen ist eine etablierte, fachlich anerkannte, für Patienten engagierte und für Krankenkassen auch unbequeme Beratungsstelle, die unbedingt weitergeführt werden sollte. Durch die geplante Vergabe der Patientenberatung an einen privat-kommerziellen Callcenter Betreiber wird diese Arbeit konterkariert. Die Unabhängigkeit der Patientenberatung ist durch dieses Vorgehen gefährdet. Die hervorragende Qualität der Beratung und das zu den Ratsuchenden aufgebaute Vertrauensverhältnis der Unabhängigen Patientenberatung in Göttingen wird ohne Not zerstört. Ich befürchte durch das Vorgehen des Bundespatientenbeauftragten eine Schließung der erfolgreichen Unabhängigen Patientenberatungsstelle in Göttingen und erwarte, dass dieses Ausschreibungsverfahren aufgehoben und revidiert wird.

Dr. phil. Dagmar Schlapeit-Beck, Dezernentin für Soziales und Kultur der Stadt Göttingen

 

Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstelle Köln:

KissKoeln„Für uns ist die Unabhängigkeit der Patientenberatung unabdingbar.
Die UPD genießt unser Vertrauen – erworben und unter Beweis gestellt in jahrelanger Zusammenarbeit.
Wir verbinden mit ihr u.a. das Ziel eines mündigen, eigenverantwortlichen
Patienten.
In vielen Projekten haben wir von ihrer Erfahrung und Kompetenz profitiert.
Dies soll auch in Zukunft so sein.“

Für das Team der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln

 

Burghard Eilmes, Ruppichteroth:

Burghard_Eilmes_RuppichterothKommt ein Mann zum Arzt, der ihm eine unerwartete Diagnose stellt und eine komplizierte Behandlung empfiehlt. Dafür muss die Krankenkasse allerdings vorher ihre Zustimmung geben. Der Mann ist 60 Jahre alt und arbeitet seit 40 Jahren als Müllwerker. Er hat nur verstanden, dass er seine Krankenkasse etwas fragen muss – was genau, ist ihm völlig unklar.

Dieser Mann kann seit zehn Jahren bei der UPD anrufen und fragen, um was es eigentlich geht und was zu tun ist. Er bekommt Antworten auf seine Fragen, in einer Sprache, die er versteht. Dann kann er mit den Unterlagen, die der Berater am Telefon ja nicht einsehen kann, zur nächstgelegenen Beratungsstelle gehen. Dort wird ihm geholfen. Heute wird er also in die Lage versetzt, sein Gesundheitsproblem zu bewältigen. So soll es sein.

Doch was wird ab 2016 sein? Dann landet er bei einem Callcenter, das „nebenbei“ womöglich für die Krankenkasse arbeitet, die seine Behandlung bezahlen soll. Das vom Patientenbeauftragten und den gesetzlichen Krankenkassen für die zukünftige Patientenberatung ausgesuchte Callcenter verspricht seinen Kunden auf seiner Website „messbare Erträge“. Ob das den Mann als Kunden einschließt, darf bezweifelt werden.

Burghard Eilmes, Ruppichteroth

 

Andrea Fischer, ehem. Bundesministerin für Gesundheit:

Andrea Fischer„Die UPD hat eine Lücke im deutschen Gesundheitswesen geschlossen: In diesem System mit unübersehbar vielen Akteuren gab es endlich eine wirklich von finanziellen und Organisationsinteressen unabhängige Beratung. Das hat schon bei ihrer Einführung den Widerstand der Krankenkassen geweckt – sie sahen sich selbst als die natürliche Vertretung von Patienteninteressen. Aber manchmal sind auch kritische Informationen über Krankenkassen vonnöten.

Natürlich gab es Anfangsschwierigkeiten, die UPD musste ihre Rolle erst finden. Aber sie hat daraus gelernt und inzwischen ist die UPD eine breit anerkannte und hoch geschätzte Hilfe für viele Patientinnen und Patienten, sie weist ihnen einen Weg durch das schwer durchschaubare System von vielen Anbietern.

Das Unternehmen Sanvartis, das jetzt die Beratung übernehmen soll, hat schon vielfach für Krankenkassen Dienstleistungen erbracht und macht das auch weiterhin. Es ist daher nicht in der Position, wirklich unabhängig zu beraten. Das ist ein gewaltiger Rückschritt – den Patientinnen und Patienten wird eine freie Stimme fehlen, die ihnen hilft sich zurechtzufinden und das zu bekommen, was sie brauchen. Deshalb darf die Politik diese Entwicklung nicht einfach geschehen lassen und muss Sorge dafür tragen, dass eine wirklich unabhängige Beratung auch weiterhin gewährleistet ist.“

Andrea Fischer, 1998 bis 2001 Bundesministerin für Gesundheit,
verantwortlich für die erste Version des § 65b

 

Knotenpunkt e. V.:
„Dass ein kommerzieller Dienstleister, der u. a. per Callcenter für Krankenkassen, Pharmaindustrie und Kliniken arbeitet, demnächst auch Patientinnen und Patienten beraten soll, die Probleme mit eben diesen Institutionen haben, ist kaum zu glauben und abzulehnen.
Für Patientinnen und Patienten ist es sehr wichtig, eine Beratung zu erhalten, bei der es nur um sie, ihre Rechte und ihre Gesundheit geht. Dies muss völlig unabhängig von den Interessen der Kassen oder anderer Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens geschehen. Diese Qualität hat die Beratung unserer heutigen Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).  Wir als Knotenpunkt e.V. haben in der Vergangenheit oft erfahren müssen, wie Pharmafirmen und andere Institutionen, meist ganz subtil, Einfluss auf unsere Arbeit nehmen wollten und so versucht haben, eine ausgewogene Information zu unterlaufen.  Daher fordern wir eindringlich die Unabhängigkeit und das  Know-how der bestehenden Unabhängigen Patientenberatungsstellen auch für die Zukunft zu erhalten und die Entscheidung neu zu überdenken.“

Der Verein Knotenpunkt e.V. wurde im Juli 2003 in Bielefeld aus einem Arbeitskreis zur Brustgesundheit heraus gegründet. Hier arbeiten Frauen zusammen, die entweder an Brustkrebs erkrankt sind bzw. waren oder die beruflich mit dem Thema zu tun haben.

 

Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland:

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„Der Grundsatz der Unabhängigkeit und Neutralität darf nicht verletzt werden. Denn die hohe Qualität und die unabhängige Unterstützung von Patientinnen und Patienten sind in Gefahr, wenn die Beratung über einen kommerziellen Anbieter erfolgt. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ein anerkanntes Beratungsangebot, das sich seit langem bewährt hat, nicht weiter finanziert werden soll. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Interessenvertretung von Patientinnen und Patienten durch die UPD mitunter unbequem für die Krankenkassen sein kann.“

Adolf Bauer, Präsident, Sozialverband Deutschland (SoVD)

 

Jörg Sauskat, Referent für Gesundheitspolitik:

Jörg_Sauskat_klein„Patientinnen und Patienten werden heutzutage mit einer wachsenden Zahl häufig nicht evidenzbasierter Gesundheitsangebote konfrontiert und sind für ihre Entscheidungsfindung dringend auf unabhängige Beratung angewiesen. Auch wegen manch fragwürdiger Praktiken der Krankenkassen etwa bei der Hilfsmittelversorgung oder beim Krankengeldmanagement brauchen Patientinnen und Patienten starke, unabhängige Unterstützung. Die Vergabe der Unabhängigen Patientenberatung ausgerechnet an einen kommerziellen Anbieter von Callcentern ist deswegen ein absurder Anachronismus.“

Jörg Sauskat, Referent Gesundheitspolitik, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

Wolfgang Klier, Köln:

Wolfgang_Klier„Die Stärkung der Patientinnen und Patienten – durch Information, Aufklärung, Beratung und Unterstützung – bei der Wahrnehmung ihrer Interessen gegenüber den Kostenträgern (Krankenkassen), den Leistungsanbietern (Ärzten/Ärztinnen, Krankenhäusern) und der Pharmaindustrie ist umso wichtiger, je mehr in unserem Gesundheitssystem die Tendenz Platz greift, die Logik des Geldes und Kostendenken über die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zu stellen.

In den vergangenen 10 Jahren hat die UPD in der bisherigen Trägerschaft diese Aufgabe im Interesse der Patientinnen und Patienten kompetent, kritisch und tatsächlich unabhängig erfüllt – hier ist der Name zugleich Programm! Dass sie damit immer wieder auch sehr unbequem für die übrigen Akteure des Gesundheitswesens werden kann, ist unvermeidbar und gehört geradezu zum Wesen einer unabhängigen Patientenberatung. Die UPD sollte gerade deshalb unbedingt in der bisherigen Trägerschaft weiter geführt werden!“

Wolfgang Klier, von 2002-2012 beim Gesundheitsamt Köln,
Geschäftsführer der Kommunalen Gesundheitskonferenz Köln

 

Dr. Björn Eggert, Zahnarzt:

Björn Eggert klein„Zahnmedizinische Fragestellungen sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden – auch in der Vergütung. Welcher Teil wird von der gesetzlichen Krankenkasse getragen? Was sind Privatleistungen? Wo sind Zuzahlungen nötig, wo möglich, wo sinnvoll? Patienten suchen Orientierung. Sie möchten ausführliche Erläuterungen und vertrauliche Beratung.

Hier hat die Patientenberatung der UPD in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet und erhebliche Kompetenzen aufgebaut, auch für nicht deutsch sprechende Menschen. Diese Fähigkeiten und Erfahrungen gilt es auch in der Zukunft zu nutzen und noch weiter auszubauen.“

Dr. Björn Eggert, Zahnarzt, dipl. Gesundheitsökonom, 
Geschäftsführer goDentis – Gesellschaft für Innovation in der Zahnheilkunde mbH

 

Kerstin Hagemann, Hamburg:

Hagemann01„Die geplante Vergabeentscheidung der Unabhängigen Patientenberatung an ein kommerzielles Unternehmen ist ein bitterer Rückschritt um 20 Jahre in dem Engagement für die Interessen von Patientinnen und Patienten.

Es fehlt an Transparenz im Vergabeverfahren, es gibt keine Beteiligung der benannten Patientenvertretungsorganisationen und nach meiner Auffassung werden die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen an Unabhängigkeit und Neutralität in der Beratung missachtet.

Als wir uns in der Modellprojektphase um die Trägerschaft für die Beratungsstelle in Hamburg beworben haben, mussten wir sowohl unsere Erfahrungen in der Patientenberatung als auch die Gemeinnützigkeit nachweisen. Richtig so, denn es sollten die beteiligt werden, die das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger genießen und ihre Unabhängigkeit bereits unter Beweis gestellt haben.“

Kerstin Hagemann, Patienten-Initiative e. V., Hamburg

 

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV:

„Die UPD ist in ihrer Arbeit kritisch, dabei aber immer sachlich – und vor allem glaubwürdig. Sie steht für Unabhängigkeit und ist eine authentische Anwältin für die Interessen der Patienten.

Es stellt einen Fehler dar, die Patientenberatung in andere Hände legen zu wollen. Ist die UPD den Krankenkassen vielleicht zu unbequem geworden? Steht es nicht auch den Krankenkassen gut zu Gesicht, einen manchmal kritischen, aber immer fairen Partner an der Seite zu haben, der aufzeigt, wo der berühmte Schuh beim Versicherten drückt?

Wir sollten es nicht zulassen, dass der exzellente Ruf einer glaubwürdigen und unabhängigen Patientenberatung gefährdet wird. Daher sollte die Patientenberatung bei den bisherigen Trägern der UPD bleiben.“

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

 

Dr. Wolfgang Wodarg, Transparency International Deutschland e. V.:

(c) Wolfgang Wodarg, http://www.wodarg.de/presse/pressefotos/index.html

(c) Wolfgang Wodarg, http://www.wodarg.de

„Durch die derzeitige gesetzliche Regelung zur Vergabe (§65b SGB V) können die gesetzlichen Krankenversicherungen die Ausrichtung der UPD erheblich beeinflussen. Dieses Vergabeverfahren sollte dringend überdacht werden. Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass die Unabhängigkeit der UPD durch eine Verpflichtung der Auftragnehmer nach dem Verpflichtungsgesetz abgestützt wird, um Korruption bei der Patientenberatung vorzubeugen. Tranparency International Deutschland wird ggf. darauf bestehen, die derzeit laufende Vergabe sowie die sie begleitenden Vorgänge mit allen gesetzlichen Möglichkeiten transparent zu machen.“

Dr. Wolfgang Wodarg, Mitglied im Vorstand von
Transparency International Deutschland e. V.

 

Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvositzender der KZBV:

KZBV_Dr_Wolfgang_Eßer_500„Die Zusammenarbeit von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Unabhängiger Patientenberatung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem konstruktiv-kritischen, dabei aber immer sachlichen Diskurs über die beste zahnmedizinische Versorgung für die Patienten entwickelt. So wurde ein wesentlicher Beitrag für eine patientenorientierte zahnärztliche Versorgung in Deutschland geleistet. Damit das auch in Zukunft Fortbestand haben kann, sollten bewährte Beratungsstrukturen nicht ohne triftige Gründe aufgekündigt, sondern vielmehr erhalten und gefördert werden. Daher spreche ich mich dafür aus, die Patientenberatung unter dem Dach der UPD zu belassen.

Künftig sollte die Finanzierung der Patientenberatung neutral erfolgen und die Verantwortlichkeit alleine bei unabhängigen Stellen wie z. B. dem Patientenbeauftragten oder dem G-BA liegen. Damit wäre gesichert, dass die Patientenberatung unabhängig arbeiten und die Anliegen von Patienten und Versicherten – insbesondere auch gegenüber den Krankenkassen – glaubwürdig und umfassend vertreten kann.“

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands
der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

 

Barbara Steffens, Gesundheitsministerin NRW:

Steffens_Portrait_OF_sRGB_Neu_kleiner„Für Patientinnen und Patienten ist es sehr wichtig, eine Beratung zu erhalten, bei der es nur um sie, ihre Rechte und ihre Gesundheit geht. Dies muss völlig unabhängig von den Interessen der Kassen oder anderer Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens geschehen.

Diese Qualität hat die Beratung unserer heutigen Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), und dieses Know-how brauchen wir genauso dringend auch in Zukunft.“

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Dr. Elke Brüser, Wissenschaftsjournalistin:

Elke_BrüserVorsicht Interessenkonflikt!

Dass ein kommerzieller Dienstleister, der u. a. per Callcenter für Krankenkassen, Pharmaindustrie und Kliniken arbeitet, demnächst auch Patientinnen und Patienten bei Problemen mit eben solchen Institutionen beraten soll, ist kaum zu glauben. Und ein Unding. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) muss erhalten bleiben und gestärkt werden.

Dr. Elke Brüser, Wissenschaftsjournalistin,
Redaktion „Gute Pillen – Schlechte Pillen“

 

Gerwin Klinger, Berlin:

„Die UPD ist für die Krankenkassen zuweilen unbequem, berät sie doch Versicherte auch, wenn es darum geht, legitime Ansprüche gegenüber den Kassen durchzusetzen. Deshalb nimmt es nicht Wunder, dass sie die Beratung durch einen Dienstleister erbringen lassen will, der ihr ‚wohlgesonnen‘ sein dürfte, weil er bereits jetzt auf ihrer Payroll steht. Schon bei der letzten Ausschreibung 2010 wollten die Kassen die UPD privatisieren. Doch damals machte der Patientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) von seinem Vetorecht gebraucht.

Anders sein Nachfolger Karl-Josef Laumann (CDU). Doch was treibt ihn dabei um? Böse Zungen behaupten, es gäbe einen Deal: Die Kassen wollten seinen Wünschen bei der Reform der Pflegenoten entgegenkommen. Die Pflege läge ihm ohnehin näher am Herzen als die Patientenberatung. So wird es interessant sein zu sehen, ob die Kassen hier ihren Widerstand gegen das ‚Ampelmodell‘ aufgeben.“

 

Annelie Matthiesen, Nürnberg:

Matthiesen„Die UPD mit ihren regionalen Beratungsstellen ist seit über 10 Jahren für uns ratsuchende Patientinnen und Patienten da. Kompetente, gut ausgebildete Beratende lotsen uns durch das Gestrüpp des Gesundheitssystems. Unentbehrlich ist die UPD insbesondere durch die lokale Verankerung, die gute Vernetzung mit anderen regionalen Hilfs- und Beratungsangeboten und die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch.

Ich habe die Beratungsstelle in Nürnberg mehrfach aufgesucht und echte Hilfestellung bei meinen Anliegen erhalten. Die absolute Unabhängigkeit und Neutralität in der Beratung hat die Lösung des Problems erheblich erleichtert.

Diese durch langjährige Erfahrung erworbene, hohe Qualität darf nicht verloren gehen. Meine Aufforderung an den Bundes-Patientenvertreter Herrn Laumann lautet daher: Unterstützen Sie die UPD, deren Träger so viele Jahre erfolgreich und wirklich unabhängig die Beratungsstellen betrieben haben und deren Konzept zukunftsweisend für eine zufriedenstellende Beratung ist!“

2 Gedanken zu „Statements

  1. astrid rudolphi

    die unabhängige patientenberatung muss erhalten bleiben zum schutz gegen „Verkaufsgespräche“ durch die ökonomiesierte profitorientierte gesundheitswirtschaft in der medizin.

    Antworten
  2. Ursula Marx

    Bei meiner 1.Kontaktaufnahme war ich sehr überrascht, wie wichtig ich mit meinem Anliegen genommen wurde und von der enormen Bannbreite des Wissens um verschiedene Themen.
    Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft habe ich in dieser Weise in keiner öffentlichen Einrichtung erfahren.

    Antworten

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