VdK Bundesverband kritisiert Verkauf der UPD

2018-08-30

Der Sozialverband VdK sieht die Unabhängigkeit der Patientenberatung gefährdet:

Der Sozialverband VdK Deutschland kritisiert den laut Medienberichten geplanten Eigentümerwechsel der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ (UPD) zur Careforce GmbH scharf. Die Unabhängigkeit, die die Patientenberatungsstelle für sich beansprucht, ist aus Sicht des VdK in höchstem Maße gefährdet. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärt dazu:

„Hilfesuchende Patienten haben ein Anrecht auf eine transparente, neutrale, unabhängige und von Vertrauen geprägte Beratung. Die Übernahme der ehemals gemeinnützigen Beratungsstelle UPD durch die Sanvartis GmbH in 2016 und die dadurch erfolgende Privatisierung hatten wir bereits mit Sorge betrachtet. Die fehlende Transparenz beim nun im Raum stehenden Wechsel sehen wir extrem kritisch, denn die Careforce GmbH ist ein Personal- und Vertriebsdienstleister für die pharmazeutische Industrie. Das lässt sich nicht mit dem Konzept einer unabhängigen und neutralen Beratungsstelle vereinbaren. Wir fordern die Bundesregierung auf, hier zu intervenieren, damit es nicht so weit kommt.

den vollständigen Text lesen Sie hier

DPWV übt Kritik an der Übernahme der Sanvartis- UPD

2018-08-29

Der DPWV Gesamtverband hat in schafren Worten die Übernahme der UPD durch Careforce kritisiert. (für den gesamten Text hier klicken)

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes erklärte zu den jüngsten Entwicklungen: „Dieses Rundgeschiebe und Tricksen bei dubiosen Zahlungsströmen bei gleichzeitigen Mängeln in der Beratung zeigt: eine wirkliche Unabhängige Patientenberatung gehört nicht in die Hand der Gewinnwirtschaft, sondern unter die Regie der Zivilgesellschaft.“

Sanvartis- UPD schönt die Wirklichkeit

Die Pressekonferenz der „U“PD zum ersten Monitor Patientenberatung war wie erwartet eine schönfärbende Veranstaltung. 50 % mehr Geld, dafür aber kaum mehr Beratung als die alte UPD, weniger Personal, weniger Akademiker, keine psychosoziale Beratung, viel weniger persönliche Beratung, die Liste lässt sich noch lange fortführen.

Bleit die Frage, was Sanvartis mit dem ganzen Geld macht…

Hier finden Sie die VuP_Stellungnahme_zum_UPD_Monitor_Patientenberatung_2016

Aktuelle Antwort der Bundesregierung zur UPD: „U“PD hat drei Mio.€ mehr, beschäftigt aber nicht mehr Personal

Die Antwort von Frau Widmann – Mautz (parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium) zur kleinen Anfrage der Grünen ließt sich z.T. wie ein Bekenntnis von nichts eine Ahnung zu haben. Fast jede zweite Frage wird mit „weiß nicht“ beantwortet. Interessant ist trotzdem: Die Sanvartis- „U“PD hat nicht mehr Angestellte als die alte UPD – und das obwohl ihr Jahresetat um mehr als drei Mio. € höher ist als der alte UPD – Etat.

Das ist ein Skandal.

Offensichtlich bereichert sich Sanvartis an Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. Ob das Herr Kiefer wohl gewollt hat?

Hier klicken zum Nachlesen: Widmann- Mautz zur kleinen Anfrage der Grünen

Bundestag lehnt Neuordnung der Patientenberatung ab

Gegen einen Antrag der Fraktion Die Linke zur Reform der Patientenberatung (18/7042) hat das Parlament am Donnerstag, 26. Januar 2017, gestimmt. Die Fraktionen CDU/CSU und SPD votierten mit Mehrheit gegen die Linksfraktion und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Abstimmung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit (18/9979) zugrunde.

Linke: Unabhängige Patientenberatung infrage gestellt

Nach Ansicht der Linken habe die bisherige Beratungsqualität bundeseinheitlich auf sehr hohem Niveau gelegen, getragen von unabhängigen, gemeinnützigen und patientennahen Organisationen wie Sozialverbänden, Verbraucherzentralen und Patientenstellen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 sei dem gemeinnützigen Trägerverbund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) das Projekt entzogen und dem Callcenter-Unternehmen Sanvartis übertragen worden. Die Firma übernehme derzeit die Kundenkommunikation im Auftrag vieler Krankenkassen, Ärzteverbände und Pharmaunternehmen.

Die Krankenkassen seien aber nicht nur Geldgeber, sondern häufig auch Gegenstand von Beratungen und Beschwerden der Versicherten. Das stelle die unabhängige Patientenberatung infrage, moniert die Linke und verlangt deshalb eine dauerhafte Finanzierung der unabhängigen Patientenberatung. Die Patientenberatung solle zudem nicht aus Versicherten-, sondern auch Steuergeldern finanziert werden. Mit der Beratung sollten zudem Organisationen beauftragt werden, die mit institutioneller Patientenberatung befasst seien. (sas/20.01.2017)

Der Witz des Monats: privates Unternehmen wird Garant für die Unabhängigkeit der „U“PD

Jetzt ist es raus: Laumann hat keinen seriösen Menschen gefunden, der für eine erhebliche Summe (man munkelt Geld in Höhe des Gehaltes eines Staatssekretärs sei im Spiel gewesen) der „U“PD einen Persilschein für unabhängiges Beraten erstellt. Also muss nun ein freier Unternehmer ran. Für Geld kann man schließlich alles kaufen. Und es bleibt auch streng in der Logik: wir widmen Gelder aus den gesetzlichen Krankenkassen um in die Töpfe privater Unternehmen. Das die sich gegenseitig die Unabhängigkeit garantieren, sollte wohl klappen.

Aber klicken Sie selbst: Laumanns neueste Lachnummer

Die Firma heißt Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung  (gsub) und hat viel Erfahrung in Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik, Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik, Kinder- und Jugendpolitik, Integrationspolitik. Hurra. Das qualifiziert sie hervorragend, Beratungsqualität und Unabhängigkeit der Beratung zu prüfen.

Zum Erfolg verdammt: Laumann’s Mantra beschwört Erfolg der „U“PD

Wie mit der Leier wiederholt Laumann („Patientenbeauftragter“ der Bundesregierung), dass die alte UPD nicht gut erreichbar war und die neue jetzt alles besser macht. Zwar bekommt sie jetzt 9 statt ca 6 Mio, macht aber derzeit noch ca. genauso viele „Kontakte“ wie die alte. Ein Callcenter ist eben auch keine Wundermaschine. Lesen Sie selbst:

Patientenbeauftragter lobt neue „U“PD