Kategorie-Archiv: Statements

Solidaritätsadressen und Kommentare von Fachleuten, Freunden, Nutzern und Mitarbeitern der bisherigen UPD

Dr. Wolfgang Eßer, KZBV

KZBV_Dr_Wolfgang_Eßer_500„Die Zusammenarbeit von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Unabhängiger Patientenberatung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem konstruktiv-kritischen, dabei aber immer sachlichen Diskurs über die beste zahnmedizinische Versorgung für die Patienten entwickelt. So wurde ein wesentlicher Beitrag für eine patientenorientierte zahnärztliche Versorgung in Deutschland geleistet. Damit das auch in Zukunft Fortbestand haben kann, sollten bewährte Beratungsstrukturen nicht ohne triftige Gründe aufgekündigt, sondern vielmehr erhalten und gefördert werden. Daher spreche ich mich dafür aus, die Patientenberatung unter dem Dach der UPD zu belassen.

Künftig sollte die Finanzierung der Patientenberatung neutral erfolgen und die Verantwortlichkeit alleine bei unabhängigen Stellen wie z. B. dem Patientenbeauftragten oder dem G-BA liegen. Damit wäre gesichert, dass die Patientenberatung unabhängig arbeiten und die Anliegen von Patienten und Versicherten – insbesondere auch gegenüber den Krankenkassen – glaubwürdig und umfassend vertreten kann.“

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands
der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung

Barbara Steffens, Ministerin

Steffens_Portrait_OF_sRGB_Neu_kleiner„Für Patientinnen und Patienten ist es sehr wichtig, eine Beratung zu erhalten, bei der es nur um sie, ihre Rechte und ihre Gesundheit geht. Dies muss völlig unabhängig von den Interessen der Kassen oder anderer Akteurinnen und Akteuren des Gesundheitswesens geschehen.

Diese Qualität hat die Beratung unserer heutigen Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), und dieses Know-how brauchen wir genauso dringend auch in Zukunft.“

Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen

Dr. Elke Brüser, Wissenschaftsjournalistin

Elke_Brüser„Vorsicht Interessenkonflikt!

Dass ein kommerzieller Dienstleister, der u. a. per Callcenter für Krankenkassen, Pharmaindustrie und Kliniken arbeitet, demnächst auch Patientinnen und Patienten bei Problemen mit eben solchen Institutionen beraten soll, ist kaum zu glauben. Und ein Unding. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) muss erhalten bleiben und gestärkt werden.“

Dr. Elke Brüser, Wissenschaftsjournalistin,
Redaktion „Gute Pillen – Schlechte Pillen“

Annelie Matthiesen, Nürnberg

Matthiesen„Die UPD mit ihren regionalen Beratungsstellen ist seit über 10 Jahren für uns ratsuchende Patientinnen und Patienten da. Kompetente, gut ausgebildete Beratende lotsen uns durch das Gestrüpp des Gesundheitssystems. Unentbehrlich ist die UPD insbesondere durch die lokale Verankerung, die gute Vernetzung mit anderen regionalen Hilfs- und Beratungsangeboten und die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch.

Ich habe die Beratungsstelle in Nürnberg mehrfach aufgesucht und echte Hilfestellung bei meinen Anliegen erhalten. Die absolute Unabhängigkeit und Neutralität in der Beratung hat die Lösung des Problems erheblich erleichtert.

Diese durch langjährige Erfahrung erworbene, hohe Qualität darf nicht verloren gehen. Meine Aufforderung an den Bundes-Patientenvertreter Herrn Laumann lautet daher: Unterstützen Sie die UPD, deren Träger so viele Jahre erfolgreich und wirklich unabhängig die Beratungsstellen betrieben haben und deren Konzept zukunftsweisend für eine zufriedenstellende Beratung ist!“

Gerwin Klinger, Berlin

„Die UPD ist für die Krankenkassen zuweilen unbequem, berät sie doch Versicherte auch, wenn es darum geht, legitime Ansprüche gegenüber den Kassen durchzusetzen. Deshalb nimmt es nicht Wunder, dass sie die Beratung durch einen Dienstleister erbringen lassen will, der ihr ‚wohlgesonnen‘ sein dürfte, weil er bereits jetzt auf ihrer Payroll steht. Schon bei der letzten Ausschreibung 2010 wollten die Kassen die UPD privatisieren. Doch damals machte der Patientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) von seinem Vetorecht gebraucht.

Anders sein Nachfolger Karl-Josef Laumann (CDU). Doch was treibt ihn dabei um? Böse Zungen behaupten, es gäbe einen Deal: Die Kassen wollten seinen Wünschen bei der Reform der Pflegenoten entgegenkommen. Die Pflege läge ihm ohnehin näher am Herzen als die Patientenberatung. So wird es interessant sein zu sehen, ob die Kassen hier ihren Widerstand gegen das ‚Ampelmodell‘ aufgeben.“