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Sanvartis- UPD schönt die Wirklichkeit

Die Pressekonferenz der „U“PD zum ersten Monitor Patientenberatung war wie erwartet eine schönfärbende Veranstaltung. 50 % mehr Geld, dafür aber kaum mehr Beratung als die alte UPD, weniger Personal, weniger Akademiker, keine psychosoziale Beratung, viel weniger persönliche Beratung, die Liste lässt sich noch lange fortführen.

Bleit die Frage, was Sanvartis mit dem ganzen Geld macht…

Hier finden Sie die VuP_Stellungnahme_zum_UPD_Monitor_Patientenberatung_2016

Aktuelle Antwort der Bundesregierung zur UPD: „U“PD hat drei Mio.€ mehr, beschäftigt aber nicht mehr Personal

Die Antwort von Frau Widmann – Mautz (parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium) zur kleinen Anfrage der Grünen ließt sich z.T. wie ein Bekenntnis von nichts eine Ahnung zu haben. Fast jede zweite Frage wird mit „weiß nicht“ beantwortet. Interessant ist trotzdem: Die Sanvartis- „U“PD hat nicht mehr Angestellte als die alte UPD – und das obwohl ihr Jahresetat um mehr als drei Mio. € höher ist als der alte UPD – Etat.

Das ist ein Skandal.

Offensichtlich bereichert sich Sanvartis an Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen. Ob das Herr Kiefer wohl gewollt hat?

Hier klicken zum Nachlesen: Widmann- Mautz zur kleinen Anfrage der Grünen

Bundestag lehnt Neuordnung der Patientenberatung ab

Gegen einen Antrag der Fraktion Die Linke zur Reform der Patientenberatung (18/7042) hat das Parlament am Donnerstag, 26. Januar 2017, gestimmt. Die Fraktionen CDU/CSU und SPD votierten mit Mehrheit gegen die Linksfraktion und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Abstimmung lag eine Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit (18/9979) zugrunde.

Linke: Unabhängige Patientenberatung infrage gestellt

Nach Ansicht der Linken habe die bisherige Beratungsqualität bundeseinheitlich auf sehr hohem Niveau gelegen, getragen von unabhängigen, gemeinnützigen und patientennahen Organisationen wie Sozialverbänden, Verbraucherzentralen und Patientenstellen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 sei dem gemeinnützigen Trägerverbund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) das Projekt entzogen und dem Callcenter-Unternehmen Sanvartis übertragen worden. Die Firma übernehme derzeit die Kundenkommunikation im Auftrag vieler Krankenkassen, Ärzteverbände und Pharmaunternehmen.

Die Krankenkassen seien aber nicht nur Geldgeber, sondern häufig auch Gegenstand von Beratungen und Beschwerden der Versicherten. Das stelle die unabhängige Patientenberatung infrage, moniert die Linke und verlangt deshalb eine dauerhafte Finanzierung der unabhängigen Patientenberatung. Die Patientenberatung solle zudem nicht aus Versicherten-, sondern auch Steuergeldern finanziert werden. Mit der Beratung sollten zudem Organisationen beauftragt werden, die mit institutioneller Patientenberatung befasst seien. (sas/20.01.2017)

Der Witz des Monats: privates Unternehmen wird Garant für die Unabhängigkeit der „U“PD

Jetzt ist es raus: Laumann hat keinen seriösen Menschen gefunden, der für eine erhebliche Summe (man munkelt Geld in Höhe des Gehaltes eines Staatssekretärs sei im Spiel gewesen) der „U“PD einen Persilschein für unabhängiges Beraten erstellt. Also muss nun ein freier Unternehmer ran. Für Geld kann man schließlich alles kaufen. Und es bleibt auch streng in der Logik: wir widmen Gelder aus den gesetzlichen Krankenkassen um in die Töpfe privater Unternehmen. Das die sich gegenseitig die Unabhängigkeit garantieren, sollte wohl klappen.

Aber klicken Sie selbst: Laumanns neueste Lachnummer

Die Firma heißt Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung  (gsub) und hat viel Erfahrung in Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik, Bildungspolitik, Wirtschaftspolitik, Kinder- und Jugendpolitik, Integrationspolitik. Hurra. Das qualifiziert sie hervorragend, Beratungsqualität und Unabhängigkeit der Beratung zu prüfen.

Zum Erfolg verdammt: Laumann’s Mantra beschwört Erfolg der „U“PD

Wie mit der Leier wiederholt Laumann („Patientenbeauftragter“ der Bundesregierung), dass die alte UPD nicht gut erreichbar war und die neue jetzt alles besser macht. Zwar bekommt sie jetzt 9 statt ca 6 Mio, macht aber derzeit noch ca. genauso viele „Kontakte“ wie die alte. Ein Callcenter ist eben auch keine Wundermaschine. Lesen Sie selbst:

Patientenbeauftragter lobt neue „U“PD

Sanvartis beherrscht „U“PD

Beherrschungsvertrag_SAN_UPDDie Sanvartis beherrscht die „U“PD vollständig! Dies wird aus dem kürzlich bekannt gewordenen „Beherrschungs-vertrag“ zwischen der Sanvartis GmbH und der neuen „UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH“ überdeutlich. Zitat: „Die „Untergesellschaft [also die neue „U“PD] unterstellt sich der einheitlichen Leitung durch die „Obergesellschaft“ [Sanvartis GmbH]. Die Obergesellschaft ist berechtigt, den Geschäftsführungsorganen der Untergesellschaft allgemeine oder auf Einzelfälle [sic!!!!] bezogene Weisungen für die Leitung ihrer Gesellschaft zu erteilen.“ Was das noch mit Unabhänggigkeit zu tun hat, mag der „Patientenbeauftrage“ Laumann erklären.

Antwort der Bundesregierung zur „U“PD

Die Grünen hatten Ende November 2015  die Bundesregierung gefragt, wie die neue UPD arbeiten wird. Die Antwort ist interessant:
Die neue „U“PD wird in 30 Städten „Beratungsstellen“ einrichten. Jede mit 0,2 Stellen ausgestattet. Diese insgesamt 6 Vollzeitäquivalente sollen in 2016 insgesamt 25.000 persönliche Beratungen machen. Das sind pro volle Stelle mehr als 4.000. Diese Art von vermutlich vollkommen unrealistischen Versprechungen sind es, die die „U“PD in ihr Konzept geschrieben hat und die letztlich zum Zuschlag geführt haben.