Burghard Eilmes, Ruppichteroth

Burghard_Eilmes_RuppichterothKommt ein Mann zum Arzt, der ihm eine unerwartete Diagnose stellt und eine komplizierte Behandlung empfiehlt. Dafür muss die Krankenkasse allerdings vorher ihre Zustimmung geben. Der Mann ist 60 Jahre alt und arbeitet seit 40 Jahren als Müllwerker. Er hat nur verstanden, dass er seine Krankenkasse etwas fragen muss – was genau, ist ihm völlig unklar.

Dieser Mann kann seit zehn Jahren bei der UPD anrufen und fragen, um was es eigentlich geht und was zu tun ist. Er bekommt Antworten auf seine Fragen, in einer Sprache, die er versteht. Dann kann er mit den Unterlagen, die der Berater am Telefon ja nicht einsehen kann, zur nächstgelegenen Beratungsstelle gehen. Dort wird ihm geholfen. Heute wird er also in die Lage versetzt, sein Gesundheitsproblem zu bewältigen. So soll es sein.

Doch was wird ab 2016 sein? Dann landet er bei einem Callcenter, das „nebenbei“ womöglich für die Krankenkasse arbeitet, die seine Behandlung bezahlen soll. Das vom Patientenbeauftragten und den gesetzlichen Krankenkassen für die zukünftige Patientenberatung ausgesuchte Callcenter verspricht seinen Kunden auf seiner Website „messbare Erträge“. Ob das den Mann als Kunden einschließt, darf bezweifelt werden.

Burghard Eilmes, Ruppichteroth